Anlage des Grünlands

Bei der Übernahme des für die Pferde gedachten Lands bestand dieses zum überwiegenden Teil aus Ackerland (Fruchtwechselwirtschaft Mais/Weizen) bzw. einem ca. 5000 qm großen Stück Brache mit Anhäufung von Bauschutt und starker Verkrautung/Verbuschung, u. a. mit Robinien (im folgenden Bild rot markiert).

Mehrjährige Brache mit starker Verkrautung und erheblichem Robinienbewuchs

Mehrjährige Brache mit starker Verkrautung und erheblichem Robinienbewuchs

Da zum Zeitpunkt der Übergabe im Februar/März 2011 schon der Weizen ausgesät war, wäre, wie mir versichert wurde, ein sofortiger Umbau auf Grünland nur mit einem Umbruch und der anschließenden chemischen Vernichtung der Bestandsfrucht möglich. Auf diesen massiven Eingriff in das Bodenleben wollte ich gerne verzichten, weshalb der Zeitpunkt für den Umbau nach dem Dreschen des Weizens erfolgen sollte.

Auch nach dem Dreschen blieb die Frage nach der Bodenbearbeitung aufrecht und nach langem Hin und Her entschied ich mich dafür, nur Grubbern zu lassen, um möglichst bald eine belastbare Narbe zu erhalten. Die gegrubberte Fläche ist im obigen Foto als hellbraun rechts von der Brache zu erkennen (links befindet sich das Feld eines Nachbarn). Die Brache blieb vorerst unangetastet und die für den ganzjährigen Auslauf der Pferde gedachte Fläche blieb ebenfalls unbearbeitet (im Foto hellgrün unterhalb der Brache). Auf der gegrubberten Fläche wurden dann die Grassamen mittels Drillsaat im September 2011 ausgebracht. Nach dem erfolgreichen Auflaufen erfolgte die erste Überweidung im Frühjahr 2012. Nach dem zweiten Schnitt im August 2012 erfolgte nach einer vierwöchigen Ruhepause die durchgehende Beweidung der Heuwiese bei trittfester Narbe.

Grassorten

Bei der Umwandlung der Äcker stellte sich nicht nur die Frage des Wie, sondern auch des Was. Da für mich Gras bisher nur Gras und eine mehr oder weniger undefinierte grüne Masse war, hatte ich einige Wochen mit einer steilen Lernkurve vor mir.

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Nach langem Hin- und Hertüfteln entschied ich mich schließlich für die folgende Mischung unter der Annahme, sowohl Weide- als auch Heuwiesen für Pferde im sogenannten Erhaltungszustand anzulegen:

  • Knaul-(Knäuelgras) (Dactylis glomerata) 25 %
  • Wiesenlieschgras (Phleum pratense) 25 %
  • Wiesenrispe (Poa pratensis) 15 %
  • Rotes Straußgras (Agrostis tenuis) 10 %
  • Rotschwingel (Festuca rubra rubra) 10 %
  • Wiesenschwingel (Festuca pratensis) 10 %
  • Kammgras (Cynosurus cristatus) 5 %

Rückblickend betrachtet hat sich die Mischung als durchaus gelungen heraus gestellt, obwohl ich vielleicht doch die eine oder andere Sorte hinzugenommen oder weggelassen und untereinander anders gewichtet hätte. Letztendlich gibt es aber keine perfekten Mischungen und die Bestandspflege spielt ebenfalls ohnehin eine mindestens so wichtige Rolle in der Entwicklung des Grünlands. Die Überlegungen, die letztlich zu dieser Auswahl führten, sind jedoch von allgemeinerer Natur und kreisten um folgende Themen:

  • Standortverträglichkeit (frisch-feucht)
  • Natürliches Vorkommen
  • Ausgewogenheit von Ober- und Untergräsern
  • Konkurrenzfähigkeit
  • Vermeidung energiereicher Sorten wie Raygras und Rohrschwingel
  • Mischung für späte und sehr späte Schnitt- bzw. Weideeignung

Wertvolle Anregungen zu diesen Themen fand ich u. a. in der folgenden Bücherauswahl: